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Dienstag, 18 Januar 2022 10:19

Arbeitsrecht 2022: alle Neuerung und Änderungen

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2022 bringt nicht nur die Erhöhung des Mindestlohns mit sich. Der Jahreswechsel sorgt auch für einige Neuerungen und Änderungen im Arbeitsrecht.

 

1. Neue Grenze für steuerfreie Sachbezüge

Die Grenze für steuerfreie Sachbezüge wie Gutscheine oder Geldkarten, die Arbeitgeber Arbeitnehmern zukommen lassen können, steigt mit dem Jahreswechsel von 44€ auf 50€. Die Ausgabe dieser Wertgutscheine bleibt weiterhin zulässig. Seit 01.01.2022 müssen sie jedoch entweder räumlich oder auf bestimmte Produktkategorien begrenzt sein. Sollen die Gutscheine steuerfrei bleiben, dürfen sie nicht barausgezahlt werden.

 

2. Umstellung auf eAU-Verfahren

Eine der wichtigsten neuen Regelungen im Arbeits- und Sozialversicherungsrecht ist die Umstellung auf das eAU-Verfahren. Arbeitnehmer müssen dann ihren Krankenschein nicht mehr beim Arbeitgeber abgeben. Der Arbeitgeber erhält den AU-Schein von den Krankenkassen.

 

3. Entgeltumwandlung: Zuschuss von Arbeitgeber wird Pflicht

Arbeitgeber müssen ab sofort die durch Entgeltumwandlung finanzierte betriebliche Altersvorsorge (bAV) bezuschussen. Bisher galt diese Pflicht nur für Versicherungen, die nach 2019 abgeschlossen wurden. Die Zuschusspflicht gilt nun auch rückwirkend für ältere Vereinbarungen. 

 

4. Änderungen bei Sozialabgaben

Für Mitarbeiter, die bereits Anspruch auf die gesetzliche Altersrente haben, muss der Arbeitgeber wieder den Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung zahlen.

Die Umlagesätze für Mini-Jobs, Krankheit, Mutterschutz und Insolvenz sinken geringfügig.

 

5. Änderungen für Mini-Jobber und kurzfristig Beschäftigte 

Ab 1. Januar müssen Arbeitgeber die Krankenversicherung von kurzfristig Beschäftigten bei der Anmeldung zur Sozialversicherung angeben. Als Nachweis dient eine Bescheinigung der Krankenversicherung oder eine Kopie der Versicherungskarte. 

Arbeitgeber erhalten nun nach Anmeldung einer kurzfristigen Beschäftigung eine Meldung der Minijon-Zentrale zu Vorbeschäftigungszeiten. Das ist wichtig für Arbeitgeber, denn eine kurzfristige Beschäftigung darf max. 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr andauern. 

Für gewerbliche Mini-Jobber müssen Arbeitgeber seit 2022 neben der Steuernummer nun auch die Steuer-ID an die Minijob-Zentrale übermitteln

 

6. Tarifverträge: Erhöhung der Jahressonderzahlungen

2022 erhöhen sich für anspruchsberechtigte Mitarbeiter die Jahressonderzahlungen – also Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Anspruchsberechtigt sind Mitarbeiter, wenn das Arbeitsverhältnis mind. 6 Monate ohne Unterbrechung besteht. Das Urlaubsgeld wird mit der Abrechnung für Juni und das Weihnachtsgeld mit der Abrechnung für November ausgezahlt. Die Auszahlungshöhe hängt von der Beschäftigungsdauer ab:

  • Nach dem 6. Monat: jeweils 180€ (brutto)
  • Ab dem 2. bis 3. Jahr: jeweils 250€ (brutto)
  • Ab dem 4. Jahr: 325€ (brutto)

Ab dem 1. April diesen Jahres steigen die Tariflöhne, da die Entgelttabelle angepasst wird. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit beträgt dann 10,88€ pro Stunde.

Letzte Änderung am Montag, 24 Januar 2022 09:03

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