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Dienstag, 29 Juni 2021 08:41

Zeitarbeit: Was ist Höchstüberlassungsdauer?

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Die Höchstüberlassungsdauer legt fest, dass Zeitarbeiter maximal 18 Monate am Stück für ein Unternehmen arbeiten dürfen. Danach erfolgt die Übernahme oder der Einsatzwechsel. Wie sich die Höchstüberlassungsdauer berechnet und was Sie beachten müssen, welche Ausnahmen und Sanktionen bei Verstößen es gibt, erfahren Sie im Beitrag.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Was bedeutet die Höchstüberlassungsdauer?

Was passiert nach der Höchstüberlassung? 

2. Berechnung und Unterbrechungsfristen

3. Gibt es Ausnahmen und Abweichungen?

4. Was passiert nach 18 Monaten?

Zeitarbeiter: Was passiert nach 18 Monaten? 

Personaldienstleister: Sanktionen bei Verstößen 

 

Auf einen Blick

  • Im Rahmen der Zeitarbeit dürfen Sie max. 18 Monate für ein Unternehmen arbeiten – das bestimmt die Höchstüberlassungsdauer.
  • Nach 18 Monaten erfolgt die Übernahme durch das Einsatzunternehmen oder der Einsatzwechsel.
  • Kurze Einsatzpausen bis zu 3 Monaten unterbrechen die Berechnung nicht.
  • Mehrere kurze Einsätze werden zusammengezählt.
  • Ab 3 Monaten und 1 Tag beginnt die Berechnung von Neuem.
  • Von der Höchstüberlassungsregelung darf nur unter speziellen Voraussetzungen abgewichen werden.
  • Werden die 18 Monate überschritten, wird das Zeitarbeitsverhältnis unwirksam.
  • Bei Verstößen müssen Personaldienstleister mit Bußgeldern rechnen oder Entzug der Überlassungserlaubnis.

 

 1. Was bedeutet die Höchstüberlassungsdauer?

Die Höchstüberlassungsdauer bestimmt, wie lange ein Leiharbeiter an ein Unternehmen überlassen werden darf. Seit 2017 gilt eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. Für die Höchstüberlassungsdauer gelten 2 Bedingungen:

  • Sie arbeiten maximal 18 Monate
  • Sie arbeiten 18 Monate für das gleiche Unternehmen

Zeitarbeiter dürfen demnach maximal 18 Monate ohne Unterbrechung für ein und dasselbe Unternehmen arbeiten.

 

Was passiert nach der Höchstüberlassung?

Nach 18 Monaten Einsatzzeit bei einem Unternehmen müssen Sie zwingend den Einsatzort wechseln. Das bedeutet, Ihr Personaldienstleister wird für Sie einen neuen Einsatz suchen. Möchte das Unternehmen mit Ihnen weiterhin zusammenarbeiten, muss es Sie übernehmen. Das bedeutet, es muss Ihnen eine Festanstellung anbieten.

 

 2. Berechnung und Unterbrechungsfristen

Die Höchstüberlassung tritt ein, sobald ein Zeitarbeiter 18 Monate am Stück bei einem Unternehmen im Einsatz war. Kurze Einsatzpausen bis zu 3 Monaten unterbrechen die Berechnung nicht. Mehrere Einsätze werden zusammengezählt. 

Einsatzpausen, die länger als 3 Monate dauern, setzen die Berechnung zurück und sie beginnt von Neuem. Hier gilt: bereits ab 3 Monaten und 1 Tag beginnt die Berechnung von vorn.

                                                                                                       

3. Gibt es Ausnahmen und Abweichungen?

Die Höchstüberlassungsdauer ist Gesetz. Daher kann von ihr nur unter speziellen Voraussetzungen abgewichen werden. Wichtig ist dabei: Gilt für das Einsatzunternehmen ein Tarifvertrag oder nicht?

Unternehmen mit Tarifbindung sind z. B. in einem Arbeitgeberverband für eine bestimmte Einsatzbranche oder haben einen eigenen Haustarifvertrag. Sie dürfen von der Höchstüberlassungsregelung abweichen, wenn

  • Der geltende Tarifvertrag eine andere Höchstüberlassungsdauer vorsieht.
  • Die sogenannte Öffnungsklausel im Tarifvertrag steht. Für die Höchstüberlassungsdauer ist dann ein Betriebsrat nötig.

Unternehmen ohne Tarifbindung haben nur durch einen Betriebsrat und eine zu schließende Betriebsvereinbarung die Möglichkeit, von der Höchstüberlassung abzuweichen. Dabei gelten dieselben Möglichkeiten wie bei Kunden mit Tarifbindung – eine abweichende Höchstüberlassungsdauer im Tarifvertrag oder eine Öffnungsklausel.

 

4. Verstöße gegen die Höchstüberlassungsdauer

Wird gegen die Höchstüberlassungsdauer verstoßen bzw. wird sie überschritten, hat das unterschiedliche Konsequenzen für den Zeitarbeitnehmer und den Personaldienstleister.

 

Zeitarbeiter: Was passiert nach 18 Monaten?

Gegen Ende der Höchstüberlassungsdauer sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob Sie bei Ihrem Einsatzunternehmen bleiben möchten. Wenn Sie sich eine neue Tätigkeit vorstellen, wird Ihr Personaldienstleister einen neuen Einsatz für Sie finden.

Möchten Sie und Ihr Unternehmen weiter zusammenarbeiten, ist das Unternehmen nach 18 Monaten dazu verpflichtet, Ihnen eine Festanstellung anzubieten.

Wird die Höchstüberlassung auch nur einen Tag überschritten, erlischt das Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen und der Zeitarbeitsfirma. Denn Sie schließen automatisch ein Arbeitsverhältnis mit dem Einsatzunternehmen. 

 

Personaldienstleister: Sanktionen bei Verstößen

Verstößt ein Zeitarbeitsunternehmen gegen die Höchstüberlassungsdauer hat das Sanktionen zur Folge:

  • Die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung kann entzogen werden.
  • Bußgelder bis zu 30.000€ können verhängt werden.
Gelesen 880 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Oktober 2021 13:40

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