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Dienstag, 05 Oktober 2021 09:27

Muss ich in der Zeitarbeit jeden Einsatz annehmen?

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In der Zeitarbeit ist es nicht selten, dass Zeitarbeitnehmer den Einsatzort wechseln. Grundsätzlich bestimmt der Arbeitsvertrag die Regelungen zur Einsatzgestaltung. Es gilt: der Einsatz muss zu den Qualifikationen des Zeitarbeiters passen und zumutbar sein. Was können Zeitarbeiter tun, wenn Sie einen Einsatz nicht antreten möchten? 

Müssen Zeitarbeitnehmer jeden Einsatz annehmen? 

Nein. Denn der Zeitarbeitsvertrag bestimmt, welche Beschäftigungseinsätze angenommen werden müssen oder nicht. Die meisten Arbeitsverträge legen fest, dass neben der Haupttätigkeit weitere zumutbare Tätigkeiten auszuführen sind. Zumutbar bedeutet jedoch, dass die Tätigkeiten im Einklang mit den jeweiligen Qualifikationen stehen müssen.

 

Entgeltgruppen geben Einsatzmöglichkeiten vor

Die tarifliche Entgelttabelle bestimmt anhand der Qualifikation das Gehalt in der Zeitarbeit. Damit umgrenzt sie auch die Bereiche, in denen Einsätze angenommen werden müssen.

Beispiel: Die Entgeltgruppe 1 (EG1) gilt für Tätigkeiten, die lediglich eine betriebliche Einweisung erfordern. Ein Zeitarbeitnehmer in der EG1 muss daher die Einsätze annehmen, die Tätigkeiten mit betrieblicher Einweisung voraussetzen.

Die EG6 betrifft Tätigkeiten, die eine Meister- oder Technikerausbildung voraussetzen. Ein Zeitarbeiter, der in der EG6 angesiedelt ist, muss daher keine Einsätze annehmen, die nicht den Tätigkeiten der EG6 entsprechen.

 

Welche Einsätze darf ich ablehnen?

In 3 Fällen haben Sie das Recht, einen Einsatz abzulehnen:

  1. Die Einsatzbedingungen stimmen nicht mit den Vereinbarungen im Arbeitsvertrag überein. Steht z. B. im Arbeitsvertrag, dass Ihr Einsatzort in einer Reichweite von 40 Kilometern liegen muss, dürfen Sie jeden Einsatz ablehnen, der weiter als 40 Kilometer entfernt liegt.
  2. Die Tätigkeiten des Einsatzes stimmen nicht mit Ihren Qualifikationen überein.
  3. Im Einsatzunternehmen wird gestreikt. Zeitarbeiter dürfen nicht als Streikbrecher eingesetzt werden. Daher dürfen sich solche Einsätze ablehnen. Ausnahme: der Einsatz betrifft Aufgaben und Tätigkeiten, die sonst nicht durch das streikende Personal ausgeführt werden.

Grundsätzlich gilt: möchten Sie einen Einsatz nicht antreten, sprechen Sie mit Ihrem Personaldienstleister darüber. Es mag gute Gründe geben, warum Sie den Einsatz nicht annehmen möchten und wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber sprechen, lassen sich in den meisten Fällen alternative Einsatzorte finden. Ihrem Arbeitgeber ist natürlich daran gelegen, dass Sie Einsätze antreten, die Ihnen Spaß machen.

 

Was passiert, wenn ein Zeitarbeiter einen zulässigen Einsatz ablehnt?

Möchte ein Zeitarbeiter einen Einsatz nicht antreten, der zulässig und zumutbar ist, verletzt er streng genommen seinen Arbeitsvertrag. Die Einsatzablehnung kann dann als Arbeitsverweigerung angesehen werden. Die Verletzung des Arbeitsvertrags rechtfertigt Konsequenzen wie z. B. eine Abmahnung oder sogar eine fristlose Kündigung.

Unser Tipp: suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber, bevor Sie eine Situation eskalieren lassen. Besprechen Sie frühzeitig Ihre Zweifel und Gründe für die Einsatzablehnung. Ihr Personaldienstleister wird dann mit Ihnen eine Lösung finden. Denn drastische Folgen wie eine Abmahnung oder Kündigung möchte auch Ihr Arbeitgeber vermeiden.

Gelesen 109 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Oktober 2021 13:44

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