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Mittwoch, 19 Mai 2021 06:59

Zusammenfassung: Was ist Zeitarbeit?

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Leiharbeit, Personal-Leasing oder Arbeitnehmerüberlassung – die Zeitarbeit ist ein Arbeitsverhältnis zwischen 3 Parteien: der Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber, dem Zeitarbeiter als Arbeitsnehmer und dem Kundenunternehmen als Entleiher.  

Hat ein Unternehmen z. B. personelle Engpässe durch Krankheit oder saisonalen Auftragsspitzen zu bewältigen, unterstützt die Zeitarbeitsfirma mit Personal.  

Inhaltsverzeichnis 

  1. Was ist Zeitarbeit?  
  2. Was macht eine Zeitarbeitsfirma?   
  3. FAQ Zeitarbeit: Übernahme, Festanstellung & weitere Fragen   

 

Auf einen Blick

  • Die Zeitarbeit ist auch als Leiharbeit oder Arbeitnehmerüberlassung bekannt.  
  • Bei der Zeitarbeit schließen 3 Parteien ein Arbeitsverhältnis: die Zeitarbeitsfirma, der Arbeitnehmer und ein Unternehmen.  
  • Die Zeitarbeitsfirma ist der Arbeitgeber des Zeitarbeitnehmers.  
  • Das Unternehmen (Entleiher) bestimmt den Arbeitsort.  
  • Die Zeitarbeit gibt es seit 1948 und seit der Entstehung arbeitet der Gesetzgeber an rechtlichen Grundlagen. 
  • Zeitarbeitsunternehmen übernehmen für andere Unternehmen wichtige Aufgaben wie die Personalbeschaffung oder Qualifizierung.  
  • Die Zeitarbeit erfüllt dadurch wichtige, wirtschaftliche Funktionen und sorgt für stabile und wachsende Unternehmen.  
  • Da die Zeitarbeit nicht nur durch das Arbeitsrecht geregelt wird, haben viele Zeitarbeitsnehmer wichtige Fragen.  

 

1. Was ist Zeitarbeit? 

Leiharbeit, Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ), Personaldienstleister oder Personalleasing – unterschiedliche Begriffe für ein Thema: die Zeitarbeit.  

Die Zeitarbeit hat viele Namen, doch: Was ist Zeitarbeit? Welche Bedeutung hat sie für Arbeitnehmer und den Arbeitsmarkt?   

 

Definition: Zeitarbeit – was ist das?  

Die Zeitarbeit ist ein Arbeitsverhältnis zwischen 3 Parteien: einem Zeitarbeitsunternehmen, einem anderen Unternehmen und einem Arbeitnehmer.  

Der Arbeitnehmer und die Zeitarbeitsfirma schließen den Arbeitsvertrag. Der Arbeitnehmer ist also beim Personaldienstleister angestellt und erhält von ihm sein Gehalt, seinen Urlaub sowie weitere Leistungen wie Kranken- und Rentenversicherung. Der Personaldienstleister ist also der Arbeitgeber des sogenannten Zeitarbeitnehmers.   

Die Zeitarbeit unterscheidet sich von einem herkömmlichen Arbeitsverhältnis beim Arbeitsort: ein Zeitarbeitnehmer arbeitet in der Regel nicht bei der Zeitarbeitsfirma, sondern für einen bestimmten Zeitraum bei einem anderen Unternehmen – dem sog. Entleiher.  

Der Personaldienstleister leiht einem Unternehmen, das Unterstützung braucht, einen oder mehr Mitarbeiter – daher spricht man auch von Leiharbeit, der Leihfirma und dem Leiharbeiter.  

 

Infografik: Was ist Zeitarbeit?

 

2. Was macht eine Zeitarbeitsfirma? 

In Deutschland gibt es über 11.500 Leiharbeitsfirmen, die Unternehmen in ihrer Region bei personellen Engpässen oder Auftragsspitzen unterstützen:  

  • Bei befristeten Ausfällen durch Krankheit oder Elternzeit  
  • Bei der Bewältigung von Großaufträgen z. B. zur Weihnachtszeit 
  • Bei starken Wachstumsphasen des Unternehmens  
  • Bei Personalknappheit durch Renteneintritte oder Überalterung  
  • Wenn keine eigene Personalabteilung vorhanden ist  
  • Wenn keine Zeit oder kein Budget für das Recruiting bleibt  

Zeitarbeitsunternehmen erfüllen eine wichtige, wirtschaftliche Funktion: sie übernehmen für andere Unternehmen Aufgaben, die diese Unternehmen aus eigener Kraft nicht leisten können oder möchten. Dazu zählen neben der Festeinstellung des Personals weitere Leistungen wie das Recruiting, das Bewerbermanagement oder die Weiterbildung- und Qualifizierung der Mitarbeiter.  

Mit Zeitarbeit vermeiden Unternehmen Produktivitätsverluste und Leerlaufzeiten. Das sorgt für gesunde und wachsende Unternehmen und entlastet zusätzlich die Stammbelegschaft.  

 

Seit wann gibt es Zeitarbeit?  

Die Zeitarbeit gibt es seit 1948 und begann in den USA: zwei Anwälte suchten kurzfristig Vertretung für ihre erkrankte Sekretärin und bemerkten, dass auch andere Unternehmen mit befristeten oder kurzfristigen Personalengpässen kämpften. Es entstand das erste Zeitarbeitsunternehmen.  

1960 entstanden die ersten Zeitarbeitsfirmen in Deutschland und mit ihnen die gesetzlichen Grundlagen der heutigen Zeitarbeit wie das AÜG – Gesetz zur Regelung gewerbsmäßiger Arbeitnehmerüberlassung.  

 

 

3. FAQ Zeitarbeit: Übernahme, Festanstellung & weitere Fragen 

Viele unterschiedliche Gesetze wie das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), das Tarifrecht oder das Entgeldfortzahlungsgesetz (EntgFG) regulieren den Bereich der Zeitarbeit.

Zeitarbeitnehmer stellen sich daher viele Fragen, die wir in unserem FAQ klären: 

Wann wird man übernommen? 

Wann gibt's den gleichen Lohn? 

Wann hat man Urlaubsanspruch? 

Gibt es eine Altersgrenze für die Zeitarbeit? 

Wann gibt es Equal Pay? 

Was passiert nach 9 Monaten? 

 

Wann wird man übernommen? 

Ein Unternehmen, für das ein Zeitarbeiter arbeitet, muss in der Regel keinen Mitarbeiter übernehmen. Das bedeutet, es besteht kein Übernahmerecht für Zeitarbeitende oder eine Übernahmepflicht für Einsatzunternehmen (Entleiher).  

Diese Tatsache ändert sich jedoch, wenn die Höchstüberlassung erreicht ist. Die Höchstüberlassung bestimmt, dass ein Mitarbeiter (mit wenigen Ausnahmen) nur 18 Monate am Stück für ein Unternehmen arbeiten darf. Sind die 18 Monate erreicht und das Unternehmen möchte den Mitarbeiter behalten, ist es verpflichtet, eine Festanstellung anzubieten.  

Die Übernahme durch ein Unternehmen ist eine wichtige Möglichkeit für Zeitarbeiter. Etwa 30% der Zeitarbeitnehmer erhalten ein Angebot zur Festanstellung (laut Branchenverband BZA). Damit ist die Zeitarbeit für viele Mitarbeiter ein Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt.  

 

Wann gibt’s den gleichen Lohn? 

Ist ein Zeitarbeitnehmer 9 Monate beim Entleiher beschäftigt, besteht ab dem 10. Monat das Recht auf gleichen Lohn. Diese Regelung bezeichnet der Gesetzgeber als Equal-Pay-Grundsatz.  

Zeitarbeiter, die mehr als 9 Monate für das gleiche Unternehmen arbeiten, erhalten den gleichen Lohn wie vergleichbares Stammpersonal.  

Viele Zeitarbeitnehmer erhalten bereits vorher einen guten Lohn durch die Tarifbindung und den Tariflohn. Daher ist es nicht selten, dass Zeitarbeiter mehr verdienen als die Stammbelegschaft.  

 

Wann hat man Urlaubsanspruch? 

In der Regel können Zeitarbeiter nach der Probezeit (6 Monate) Urlaub nehmen. Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich nach den Regelungen des Bundesurlaubs- und Tarifrechts sowie der Betriebszugehörigkeit.  

Mitarbeiter der RENTA GmbH starten mit einem Urlaubsanspruch von 25 Tagen und können sich auf bis zu 30 Tage steigern. Außerdem gewähren wir wie sicherlich weitere Personaldienstleister den Urlaubsanspruch auch während er Probezeit.  

 

Gibt es eine Altersgrenze für die Zeitarbeit? 

Nein, es gibt keine Altersbeschränkungen, die nur für die Zeitarbeit gelten. Denn für die Zeitarbeit gilt, was für andere Anstellungsarten gilt: Schülerarbeit ist im Rahmen der geltenden Gesetze erlaubt – es gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG).   

  • Unter 13 Jahren dürfen Schüler nicht arbeiten – es gelten wenige Ausnahmen.  
  • Ab 13 Jahren dürfen Schüler mit Einwilligung der Eltern leichte Aushilfsjobs annehmen.  
  • Ab 15 Jahren dürfen Schüler bis zu 40 Stunden Schülerarbeit verrichten.  

Auch Rentner dürfen nach den geltenden Gesetzen als Zeitarbeiter arbeiten.  

 

Wann gibt es Equal Pay? 

Zeitarbeitnehmer erhalten nach dem 9. Beschäftigungsmonat das Equal Pay. Ab dem 10. Monat muss ein Zeitarbeiter die gleichen Konditionen für seine Position erhalten wie ein vergleichbarer Stammmitarbeiter. Neben dem Arbeitsentgelt gehören auch zusätzliche Leistungen dazu wie z. B. Angebote zur Kinderbetreuung oder betriebliche Boni.  

 

Was passiert nach 9 Monaten? 

Nach dem 9. Beschäftigungsmonat greift das Equal Pay.  

Das Equal Pay gilt jedoch nur unter folgenden Voraussetzungen: 

  • Der Zeitarbeiter hat 9 Monate ohne Unterbrechung beim gleichen Unternehmen gearbeitet.  
  • Unterbrechungen, die kürzer als 3 Monate dauern, zählen auch zum Erreichen des Equal Pays.  
  • Gelten Branchenzuschlagstarifverträge haben Zeitarbeitnehmer keinen Anspruch auf Equal Pay.  

 

Sie haben Fragen oder Themenwünsche? Dann schreiben Sie uns Ihre Anregungen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören! 

Gelesen 1231 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Juni 2021 12:30
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